Der Klassenprimus
Ausflugs-Tipp 1: Auf gehts nach Nordstrandischmoor! Sportliche Besucher wattwandern ’rüber, Bequemlinge »heuern« im Hafen Strucklahnungshörn auf dem Adler-Ausflugsschiff an
Rund 175 Hektar ist Nordstrandischmoor groß, ein Winzling im Watt für das Halligerlebnis im Hochkonzentrat: Knapp 20 Bewohner leben hier auf vier Warften. Die kleine Halligschule, in der auch der Kirchenraum untergebracht ist, besuchen
zur Zeit drei Kinder gemeinsam. »Ganz schön voll da jetzt,« sagt August Glienke vom »Halligkrug « »unser Sohn dagegen war damals ja ganz allein«. Muss man da nicht Mitleid haben? Ein Kind, ein Lehrer? »Nö,« lacht Glienke, »das war doch perfekt fürs Selbstbewußtsein: Er war immer Klassenbester!«
Sportliche kommen zu Fuß nach Nordstrandischmoor: Bei Ebbe wandert man durch das Watt – in Begleitung eines Nationalpark-Rangers von Lüttmoorsiel im Beltringharder Koog aus, zurück gehts mit dem Adler-Schiff. Eine perfekte Variante für Kalorienbewußte: Nach einem ordentlichen Marsch durchs Watt lässt es sich herrlich unbeschwert im »Halligkrug« (Tel. 04842-361) Spezialitäten testen.
Natürlich kann man auch ganz entspannt Hin- wie Rückweg mit dem Schiff ab Strucklahnungshörn/Nordstrand erledigen.
Der Halligkrug ist übrigens ein Multitalent: Gaststätte, Souvenirladen und Poststelle in einem. Tipp vom Chef: »Unbedingt Pharisäer testen. Wer keinen Pharisäer hatte, war nicht auf der Hallig!« Unbedingt angucken auf Nordstrand sollte man auch den Hallig-friedhof, der bis 1927 genutzt wurde und heute unter Denkmalschutzsteht. Die Grabplatten wurden hier, meist weiß und aus Marmor, in den Halligboden eingelassen, damit sie bei »Landunter« nicht mitgerissen werden. Weiterführende
Informationen, Reisetermine und Tickets? Auf www.adler-schiffe.de!

- Hochkonzentriertes Halligerlebnis: Nordstrandischmoor
Nachhilfe und Meer für Nordseefans
Wattenmeerhaus Vielleicht das Haus mit der schönsten Aussicht der Hallig, auf jeden Fall ein spannender Aktivposten in Sachen Natur und Umwelt: die Schutzstation Wattenmeer
Wo fängt man an, wenn man Meer wissen will? »Viele Besucher wissen schon mal gar nicht, dass wir hier Ebbe und Flut haben«, sagt Michael Klisch. Er steht vor dem Gezeitenbecken, das eindrucksvoll und mit allen Konsequenzen nachvollziehbar im Stundentakt flutet und trocken fällt, ab- und auflaufende See simuliert.
Klisch ist Chef des »Wattenmeerhaus Hooge« und damit so was wie der oberste Nachhilfelehrer in Sachen Nordseewissen auf Hallig Hooge. Das Wattenmeerhaus liegt am westlichen Ende der Hanswarft und verschenkt einen unvergleichlichen Weitblick über die Wiesen bis zum Halligende und noch viel weiter. Hier, in der »Bildungsstätte der Schutzstation Wattenmeer«, wird allen, die Lust auf mehr als den bloßen Landschaftskonsum haben, jede Menge geboten: ein großer Seminarraum, Gruppenunterkünfte, die Wattwerkstatt (themenbezogen bestückt mit Mikroskopen, Ferngläsern und Spektiven), eine umfangreiche National-parkausstellung und eine schier unendliche Fülle an themenbezogenen Exkursionen.

- Entspannt, effizient, engagiert: Michael Klisch, hier in der ständigen Ausstellung, ist Hausherr in der Schutzstation Wattenmeer
In fachkundiger Begleitung geht’s zum Japsand, auf Seetierfang, in die Werkstatt zum Experimentieren mit Wattorganismen, auf Vogelexkursion oder Rallye durch die Ausstellung. Spielerisch entdecken hier längst nicht nur Kinder den Zauber und die Geheimnisse der Landschaft und des Nationalparks mithilfe inter-aktiver Ausstellungselemente, Aquarien und einer wahren Flut von Anschauungsmaterial. Manchmal sind die Gruppen riesig, die wissbegierig mit den Mitarbeitern der Schutzstation Wattenmeer, zur Zeit sind es zwei Zivis (»Zivieldienstleistende«), drei »FÖJ-ler« (jene, die ein freiwilliges ölkologisches Jahr ableisten) und bis zu drei Praktikanten, unterwegs sind. »So lange die Ringelgänse in der Mehrheit bleiben,«sagt Michael Klisch trocken, »hab ich damit gar kein Problem.«
Weiterführende Infos über dieses Zentrum der »Natuschutzgesellschaft
Schutzstation Wattenmeer e.V.« auf www.schutzstation-wattenmeer.de unter dem Stichwort »Hooge«
