Für immer: die Liebe zur Gröde
Ausflugstipp 2: Es gibt zwei Sorten von Gästen auf Gröde. Die, die nie wieder und die, die immer wieder kommen. Grund genug, sofort herauszufinden, zu welcher Fraktion Sie gehören!
Bürgermeister Volker Mommsen kennt sich aus mit Grödebesuchern: »Wer zum ersten Mal herkommt, will für immer bleiben oder nie wieder kommen!«. Die drittgrößte aber gleichzeitig die am dünnsten besiedelte Hallig bindet Gäste anscheinend nachhaltig: Mit derzeit 17 Einwohnern und nur fünf Ferienwohnungen erreicht sie eine erstaunlich hohe Buchungsrate. »Viele unserer Gäste kommen drei, vier Mal im Jahr,« weiß Mommsen, auch die Anzahl der Tagesgäste ist mit bis zu 10.000 pro Jahr enorm. Jede Menge frisches Potential für Wiederholungstäter
reist also täglich neu an. Woran liegts?
Vielleicht an dem enormen Kontrast von weiter Wiesenfläche und Enge auf den Warften, der hier besonders intensiv erscheint. Vielleicht an der kleinen St.-Margarethen-Kirche, die bereits die siebte Kirche ist, sie besteht seit 1779, und unter einem Dach mit der Schule und dem Lehrer auf der Kirchwarft »wohnt«. Alle vier bis fünf Wochen, je nachdem wie es Terminplan und Wetterlage zulassen, kommt der Pastor von Langeneß rüber und hält hier Gottesdienst ab. Möglicherweise ist aber auch der kleine Kiosk (»Monikas Kiosk«) mit verantwortlich dafür, dass die Liebe zu Gröde bei so vielen Besuchern ewig währt: Er ist Kommunikationszentrale der kompletten Hallig. Wer Durst hat, schaut hier vielleicht auf ein Flens vorbei oder eine Selter. Wer schnacken will muss meist nur kurz warten, bis sich einer auf ein Eis dazugesellt. Wer ein kleines Souvenir sucht oder die passende Postkarte für Oma, wird ebenfalls fündig. Prominentester Gröde-Botchafter ist übrigens Fiete Nissen, der berühmte Postschiffer und Bürgermeister von Langeneß, der nicht nur ausdauernd bei Wind und Wetter zwischen festländischem Postverteiler und Hallig-Empfänger pendelt, sondern häufiger auch durch die Medien schippert.

- Christian Fleeth führt Gäste, die mit den Adler-Schiffen anreisen
Gröde kennenlernen? Am besten auf einem Törn mit einem der Adler-Schiffe, die regelmäßig von Nordstrand, Hooge, Amrum und Sylt aus die Hallig anlaufen. Dann gibts, wenn die Anlegezeiten mit dem Stundenplan harmonieren, vielleicht auch eine Halligführung mit Christiane Fleeth: Sie unterrichtet vormittags die zwei Schulkinder der Hallig und führt nachmittags Gäste in die Geheimnisse von Gröde ein.
