POSITIVE NEBENWIRKUNG
LESESTOFF Egal, ob sie von verheerenden Sturmfluten erzählen, eine Liebe beschwören, auf Theodor Storms Spuren wandeln oder von einem Österreicher geschrieben wurden: Bücher über Hooge & Co. haben wunderbare Nebenwirkungen, helfen gegen Sehnsucht und Heimweh nach den Halligen
»Mit der Flut kommt der Tod«, Absender ist die Autorin Kari Köster-Lösche, in diesem Fall schickt sie den Husumer Wasserinspektor Sönke Hansen nach Langeneß zur Errichtung eines Steindeiches und mitten hinein in seinen ersten Kriminalfall. Sein zweiter Fall heißt dann »Der Austernmörder « und spielt auf Föhr, lässt aber viele Protagonisten aus dem ersten Band wieder auftauchen, unter anderem auch die »Halligfischer«. insgesamt gibt es vier Sönke-Hansen-Fälle der Autorin, die vor allem historische Romane schreibt und einen Teil des Jahres auf Langeneß verbringt, was sie zu einer profunden Kennerin der Halligszenerie macht.
Erschienen bei Droemer-Knaur, ISBN 978-3426633533
»Eine Halligfahrt: Eine Bildreise« mit bildschönen Fotos unternimmt der Holsteiner Fotograf und Autor Günter Pump auf den Spuren Theodor Storms. Ein kleines Taschenbuch mit ganz eigenem Zauber, der sich in der Kombination der alten Storm- Novelle mit aktuellen Pump-Fotos entfaltet. Und in der besonderen Tonlage dieses Storm’schen Stückes, das er relativ kurz nach dem Tod seiner Frau verfasst.
Erschienen im Husum Verlag, ISBN 978-3898760935
»Ein Leben auf Hooge« beschreibt der Star österreichischer neuer Literatur, Christoph Ransmayr, in seiner Reportagesammlung »Der Weg nach Surabaya«. Der Untertitel der Hooger Episode lautet »Porträt einer untergehenden Gesellschaft«. 1985 begleitete Ransmayr den damals ältesten Hooger Johannes Hansen, Jahrgang 1896. Ein anrührendes Stück Halligbetrachtung, voll tief melancholischer Wahrheiten und großer Formulierungen wie dieser: »Hooge ist ein Land aus Torf, Schlick und Sand, von der See über den Untiefen und den Resten versunkener Marsch und Moorlandschaften aufgeschichtet und dem Meeresspiegel doch zu nahe geblieben, um den Namen einer Insel zu erfüllen: Land von solchem Land heißt Hallig.«
Erschienen bei Fischer, ISBN 978-3596142125
»Eine Weile im Paradies« – ist Roswitha Henkel unterwegs und beschreibt das Leben auf der Hallig. Sie schildert Wanderungen durchs Watt, immer schön behütet von Ekke Nekkepenn, dem guten Geist der Meere, erzählt von Ringelgänsen und Austernfischern, von den Menschen hier und ihrer Historie.
Erschienen bei Pro Business ISBN 978-3939430087
»Halligleben auf Langeneß« Urlaubsgeschichten, und das sehr persönlich, erzählt Heiner Kalhorn und kombiniert dabei Erinnerungen seines Vaters (aus dem Sommer 1949) mit eigenen. An den Urlaub auf Langeneß, an den Alltag auf der Hallig, an private und Langeneßer Geschichte. Bebildert mit Fotos aus den 40ern und 50ern.
Erschienen bei Wartberg, ISBN 978-3831321049
»Der Halligpastor« aus dem gleichnamigen Roman von Wilhelm Lobsien ist der Neue der fiktiven Hallig »Hoogeroog«, deren Vorbild nicht so wahnsinnig schwer zu identifizieren ist, der hier mit sich, den Halligbewohnern, den Elementen kämpft. Wer den Roman liest, sollte ansatzweise des Plattdeutschen mächtig sein (oder zumindest assoziieren können), sich bewusst machen, dass das Buch Anfang des 20. Jahrhunderts geschrieben wurde, und wird sich wundern, wie vieles ein kleines bisschen angestaubt klingt und wie wenig sich seither an dem besonderen Halliggefühl verändert hat, das Hooge zu vergeben hat, »wo die Natur zugleich innigster Gefährte und Feind ist«.
Erschienen im Boyens Verlag, ISBN 978-3-8042-0041-8.