Hallig für Anfänger
Hier ticken die Uhren ein bißchen anders als auf dem Festland. Wir stelen vor: vier Hoogespezialitäten für Einsteiger:

- Foto Hans Jessel
Gepäckausgabe
[ ] Keine Gepäckkarren, kein Laufband, keine Schlepperei: Wer als Urlauber auf Hooge anreist, bekommt sein Gepäck per Trecker von der Fähre angeliefert. Im Winter ist mal nur ein Anhänger dabei, im Sommer werden es mehrere, die auch die Post für die Halligbewohner aufnehmen und zum »Landzusteller « bringen, wie der Postbote hier heißt.

- Foto Hans Jessel
Wasserspiele
[ ] Eng gruppieren sich die Häuser, beispielsweise auf der Backenswarft und der Hanswarft, um kleine malerische Teiche. Was auf den ersten Blick nach Postkartenidyll aussieht, hatte früher einen echten Auftrag: Bevor Hooge an die Wasserversorgung vom Festland angeschlossen wurde, dienten die »Fethinge« als Auffangbecken für Regenwasser, als Süßwasserreservoirs und zum Tränken des Viehs.

- Foto Hans Jessel
Alltagskunst
[ ] Viele Hooger sind kreativ, viele Hooger sind manische Sammler. Was das Meer ihnen so vor die Füße schmeißt, im Wechsel von Ebbe und Flut, wird gern eingesammelt (man kann ja nie wissen, wofür man es noch mal braucht) und formiert sich nach und nach zu mehr oder weniger bizarren Warft-Kollektionen. Hier im Bild die aktuelle Gummihandschuh-Ausstellung auf der Schulwarft.

- Foto Hans Jessel
Wortschöpfer
[ ] Vielleicht entstand die Redensart »auf dem Trockenen sitzen« (ohne Getränke vor sich hin-darben) im Watt vor Hooge? Im Wechsel der Gezeiten lässt man nämlich im Watt sein Boot bei Ebbe »trockenfallen «, also auf dem dann freiliegenden Grund aufsetzen. Wenn das Wasser wieder kommt, kanns losgehen auf den nächsten Törn. Vorsicht: Für Segler ohne Ortskenntnisse kann bei ablaufendem Wasser sowas zum Psychotest werden – wenn man draußen auf einer Sandbank »aufgesetzt« hat und an Bord auf die nächste Flut warten muss.