GROSSFEUER STATT JAHRMARKTBESUCH
TRADITION Was für eine Quote: Jeder fünfte Hooger engagiert sich in der Feuerwehr. Sie wurde 1955 gegründet, hält regelmäßig Übungen ab und hat auch einen Sinn für Emanzipation.
Nur um die 100 Menschen leben hier und trotzdem gibts eine schlagkräftige Wehr: Die Hooger gehörten zu den ersten im Land, die schon Anfang der 90er-Jahre Frauen in die Feuerwehr aufnahmen, besitzen seit 2005 eine ausgewachsene Rettungswache, in der das LF 8/6 neben einem Rettungsboot auf Einsätze wartet. Auf gut 20 Aktive kann die Wehr, die regelmäßig Übungen durchführt, im Ernstfall zurückgreifen, was für eine Hallig eine sensationelle Quote ist. Ihr Einsatztagebuch verzeichnet für die vergangenen Jahre neben entspannten Hilfseinsätzen bei Festen oder Veranstaltungen vor allem Rettungseinsätze im Krankheits- oder Unglücksfall. Wenn beispielsweise der Rettungskreuzer oder Hubschrauber für Transport angefordert werden muss, regelt die Feuerwehr die Ausleuchtung des Landeplatzes und und transportiert Verletzte oder Kranke umsichtig zum Anleger.
Ihren letzten spektakulären Einsatz hatte die Wehr 1995, als der traditionsreiche Königspesel auf der Hanswarft in Flammen aufzugehen drohte: Zum Glück geschah das Unglück, das ein defektes Kabel auslöste, bei auflaufendem Wasser. So konnten binnen kürzester Zeit auch helfende Kollegen von Langeneß problemlos übersetzen, mithilfe der »Adler-Express«, die gerade im Wattenmeer unterwegs war und sofort den Kurs entsprechend änderte. Zahlreiche Hooger Feuerwehrleute wollten an diesem Tag eigentlich rüber nach Föhr zum Jahrmarkt. Stattdessen wurde das Löschfahrzeug der Langeneßer mit der Fähre rübergeschafft, während Seminarteilnehmer der Schutzstation Wattenmeer und Nachbarn beherzt mit eingriffen. So konnte das traditionsreiche, jahrhundertealte Gebäude in weiten Teilen gerettet und anschließend wieder stilecht restauriert werden. Heute ist Hartwig Binge von Mitteltritt Wehrführer und Ansprechpartner für potenzielle Fördermitglieder.
