ENGAGEMENT MIT WEITBLICK

NACHHALTIGKEIT Nur fünf der zehn Halligen werden ganzjährig bewohnt. Von Menschen, die sich besonders für den Erhalt ihres nicht nur durch Landunter gefährdeten, sensiblen Lebensraums einsetzen. Zum Beispiel in der »Biosphäre Halligen«. Was ist das eigentlich?

Mensch, Tier und Umwelt in Harmonie, so möchte man in der Biosphäre leben: hier Katrin Brogmus von der Hooger Backenswarft

Um Modelle zu erproben, wie das Miteinander von Leben und Arbeiten im sensiblen Ökosystem verbessert werden kann, hat sich die Halligbevölkerung entschieden, Entwicklungszone im seit 1990 bestehenden Biosphärengebiet zu werden. 2004 wurde die Erweiterung von der UNESCO anerkannt. Seitdem gehören die bewohnten Halligen Gröde, Hooge, Langeneß/Oland und Nordstrandischmoor zum »Biosphärenreservat Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Halligen«, kurz: »Biosphäre Halligen«. Im gleichen Jahr wurde der »Verein Halliggemeinschaft « von den Halliggemeinden und dem Amt Pellworm gegründet, um zu sichern, dass auch die Interessen der Halligbevölkerung gewahrt werden. Die Geschäftsstelle der »Biosphäre Halligen« des Amtes Pellworm koordiniert die Projekte.

Ein feierlicher Moment : Dieses Gruppenbild wurde auf Nordstrandischmoor nach der Anerkennung als »Biosphärenreservat« aufgenommen
Die sensible Schönheit der Halligen: Hooger Segelboote im Morgendunst

UNeSCo-Biosphärenreservate sind international repräsentative Modellregionen, 15 davon gibt es in Deutschland: wertvolle Natur- und Kulturlandschaften, in denen der Mensch sich verpflichtet hat, nachhaltig zu wirtschaften und im Einklang mit der Natur zu leben. Zu den Zielen gehören der Schutz der Natur und der biologischen Vielfalt, eine umweltgerechte Landnutzung sowie Bildung, Forschung und Umweltbeobachtung. Das »Biosphärenreservat Schleswig-Holsteinisches  Wattenmeer und Halligen« erstreckt sich über 4.431 km² von der Dänischen Grenze bis zur Elbmündung und gliedert sich in drei Zonen: Kern-, Puffer und Entwicklungszone. Die Kernzone (1.570 km²) stimmt mit der Zone 1 des Nationalparks Wattenmeer überein, in der die Natur Vorrang hat. Die Pufferzone (2.840 km²) entspricht der Zone 2 des Nationalparks Wattenmeer und lässt eine eingeschränkte wirtschaftliche Nutzung im Sinne des Nationalparkgesetzes zu. In der Entwicklungszone (21 km²) wird nachhaltig gelebt und gewirtschaftet.

In der Biosphäre Halligen kann der Gast die Einmaligkeit des Nationalparks und der Halligen erleben. An der Kulturlandschaft zeigt sich, dass sich menschliche Nutzung und Natur im Einklang befinden. »Wir sehen hierin eine Perspektive für unsere Region «, sagt Volker Mommsen, Vorsitzender der Halliggemeinschaft. Er fügt hinzu: »Die Bewohnerinnen und Bewohner der Halligen wollen ihren einzigartigen Lebensraum so erhalten und entwickeln, dass er für jetzige und zukünftige Generationen sicher und lebenswert ist«. Nach der Auszeichnung des niederländisch- deutschen Wattenmeers als UNESCO Weltnaturerbe sieht sich die Biosphäre mit einer weiteren neuen, positiven Herausforderung konfrontiert: gerechnet wird jetzt mit einem wachsenden Interesse von Gästen, die die Einmaligkeit des Weltnaturerbes hautnah erleben wollen. Wie erreicht werden kann, dass alle zufrieden sind und auch das empfindliche Ökosystem nicht gestört wird, soll unter anderem in einem Konzept für naturverträglichen Tourismus in der Biosphäre Halligen erarbeitet werden.

Natalie Eckelt/GS Biosphäre Halligen

Ausführliche Infos im Internet unter www.halligen.de und www.wattenmeer-nationalpark.de


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